Franz-Josef Zurbrüggen
Franz-Josef Zurbrüggen
Virtuelle Realität – neue Wege im Leuchtenhandel

"Der stationäre Leuchtenhandel lähmt sich mit Rationalisierungen und Investitionsstopps selbst, anstatt mit innovativer Technologie besondere Kauferlebnisse zu schaffen."

– Franz-Josef Zurbrüggen, Bankamp

Die voranschreitenden gesellschaftlichen Veränderungen werden das Kaufverhalten der Kunden nicht nur im Leuchtenhandel grundlegend ändern. Es lässt sich eine signifikante Abwanderung zu Informationsbeschaffung und Einkauf im Internet verzeichnen. Gründe hierfür finden sich u.a. in der gestiegenen Komplexität der Themen Licht und Beleuchtung, der fehlenden Emotionalisierung von Produkten im Handel und dem Mangel an ausgebildetem Fachpersonal. Denn das Wissen des Verkäufers und die Überzeugung von seinem Produkt werden von Kunden wahrgenommen. Der Preis ist dann zweitrangig.

Kunden werden nicht über große Ausstellungsflächen und Rabattaktionen gewonnen, sondern über die Erschaffung von besonderen Kauferlebnissen. Dafür ist es wichtig, Endkunden in den Fokus zu stellen, nicht das Produkt. Mit Rationalisierungen und Investitionsstopps hingegen schadet sich der stationäre Handel langfristig.

Die Chancen, innovative Ideen zu verwirklichen, waren noch nie so hoch wie heute. Aufgrund dessen drängen kreative Quereinsteiger aus den verschiedensten Branchen in den Markt und bedingen neue Denkansätze von eingesessenen Leuchtenunternehmen. Für eine neue Denkweise sind drei Dinge wichtig:

  • eine Vision zu haben
  • Mut zu haben, das Risiko einzugehen, die Vision umzusetzen
  • die Denkweise an die Veränderungen anzupassen

Virtual Reality ist ein möglicher Weg, Kunden z. B. mit einer Lichterlebniswelt zurückzugewinnen. Die innovative Technik ist faszinierend und erregt die Aufmerksamkeit der Endkunden, weil das Unmögliche visualisiert werden kann. Die virtuelle Realität fängt die fehlende Vorstellungskraft des Kunden ab, sich interessante Leuchten und deren Lichtwirkung im eigenen Wohnraum vorzustellen. In den virtuell geschaffenen Räumen können verschiedene Leuchten platziert, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und die resultierende Beleuchtung dargestellt werden.

Zukünftig bietet sich dem Kunden wahrscheinlich sogar die Möglichkeit, beispielsweise Fotos seiner Wohnung mit in den Leuchtenhandel zu bringen und in der daraus erstellten virtuellen Realität die ausgewählten Leuchten zu platzieren und zu beurteilen. Hierfür ist eine intuitive Bedienung der VR-Einheit durch den Endkunden Voraussetzung, der durch dieses besondere Kauferlebnis bereits vor einem möglichen Dialog mit dem Verkäufer für die Produkte emotionalisiert und den Kauf im stationären Handel gewonnen wird.

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