Dr. Christoph Peitz
Dr. Christoph Peitz
Die Datenkette darf nicht unterbrochen werden

"Probleme, die sich aus der Datensammlung durch smarte Leuchten ergeben können, sollten nicht davon abschrecken, Nutzen aus gewonnenen Gebäudedaten zu ziehen."

– Dr. Christoph Peitz, OSRAM

Obwohl Licht nicht seine Notwendigkeit verliert, wird es zukünftig lediglich ein Nebenprodukt sein. Die gewonnenen Daten werden zum Kern des Produkts. Aus diesen, meist nicht-personalisierten Umgebungsinformationen (Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit etc.), werden u.a. Anwendungsfälle zur Gebäudesteuerung aufbereitet und genutzt. Zwar besteht die Möglichkeit, durch indirekte Analyse ebenfalls personalisierte Rückschlüsse aus allgemeinen Sensordaten (Präsenzmelder in Büros o.ä.) zu ziehen, aber das stellt ihren Nutzen nicht grundsätzlich in Frage, sondern ist für Anwendungsfälle individuell abzuwägen.

Leuchten sind als Träger für integrierte Sensorik sehr sinnvoll, weil sie in Gebäuden überall verbaut sind, somit viele Daten generieren können und bereits ohne weiteren Aufwand eine Infrastruktur für Strom- und Datenanbindung bieten. Für die Datenkette ergeben sich drei hardware-orientierte Aufbauten:

  • klassisch (z. B. Sensoreinbindung mit KNX)
  • verdrahtet (z. B. Leuchten mit internen und externen Sensoren mit DALI-Anbindung)
  • funkbasiert (z. B. Sensoreinbindung mit Zigbee) 

Im Fall der beiden ersten Architekturen entspricht der Weg des Stromflusses ebenfalls dem Datenfluss. Bei der zweiten Variante besteht darüber hinaus eine zusätzliche reine Datenverbindung zwischen der Gebäudesteuerung und der Cloud des Anbieters. Lediglich die funkbasierte Lösung weist einen gänzlich stromflussunabhängigen Datenweg auf. Hierbei leitet der mit Sensorik ausgestattete Funksender die gesammelten Daten über ein Gateway an die Cloud weiter. Diese gibt entsprechend des Anwendungsfalls eine Meldung an die Gebäudesteuerung aus, welche mittels umgekehrtem Datenfluss die Leuchte steuert.

Werden größere Datenmengen durchgeleitet, wie von Kameras in Geschäften, genügt z. B. eine DALI-Infrastruktur nicht. Ist bereits eine Leuchtenanbindung über Power over Ethernet (PoE) vorhanden, reicht diese ebenfalls für ein höheres Datenvolumen. Andernfalls ist es unvermeidbar, eine zusätzliche Dateninfrastruktur einzurichten, deren Kosten/Nutzen-Verhältnis je nach Anwendungsfall zu beurteilen ist.

Für den Aufbau einer IoT-Plattform bietet das sogenannte Legoprinzip, was bedeutet, dass neue Anwendungen immer wieder auf existierende Bausteine aufgesetzt werden, viele Vorteile. Die Entwicklungszeit für Anwendungen beispielsweise lässt sich mit Hilfe von wiederverwendbaren Softwarekomponenten auf etwa 30% reduzieren. Bestehende und neue Softwarebausteine lassen sich problemlos in den jeweils benötigten Kombinationen miteinander verknüpfen, um verschiedenste Anwendungsfälle auszuführen.

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