Dr. Arasch Honarbacht
Dr. Arasch Honarbacht
Zigbee, globaler Standard für die Beleuchtung

"Zigbee bietet bei dem langfristig rückläufigen Bautrend eine ausgereifte, weltweit kompatible Nachrüstlösung smarter Leuchtensteuerungen für Bestandsbauten."

– Dr. Arasch Honarbacht, ubisys

Funklösungen im Bereich intelligenter bzw. vernetzter Leuchten machen besonders vor dem Hintergrund des langfristig rückläufigen Bautrends Sinn. Zigbee Steuerungen können beispielsweise in Bestandsbauten einfach hinter regulären Schaltern angebracht werden. In vielen Leuchtmitteln sind bereits intelligente Steuerungsmöglichkeiten integriert und bieten ebenso die Möglichkeit, die Leuchtensteuerung mittels z. B. draht- und batterieloser Taster, sogenannter Zigbee Green Power Geräte, vorzunehmen.

Bei Zigbee 3.0 handelt es sich um ein selbst-organisierendes und selbst-heilendes Mesh-Netzwerk. Hierin liegen die Vorteile gegenüber alternativen Funkstandards wie beispielsweise Bluetooth. Während Zigbee als routendes Netzwerk Endgeräte einzeln, gruppiert oder breitband ansteuern kann, ist Bluetooth lediglich als Breitbandnetzwerk aufgebaut, das sämtliche Endgeräte gleichzeitig anspricht. Daraus resultieren ebenfalls hohe Latenzzeiten und geringe Datendurchdringung im Vergleich der beiden Standards.

Als sogenannte „Full-Stack-“, das heißt Komplettlösung, sind weltweit, herstellerübergreifend jegliche Zigbee Komponenten nach dem selben Prinzip (Funkstandard IEEE 802.15.4, Netzwerkebene, Anwendungsebene) aufgebaut und untereinander kompatibel. Dies schließt Endgeräte aus den verschiedensten Anwendungsgebieten ein, von Beleuchtung, über Klimasensoren, bis hin zu Schließanlagen. Infolgedessen ist das Mesh-Netzwerk überdies gut skalierbar, da bis zu 200 Anwendungsendpunkte pro Gerät anlegbar und einzeln adressierbar sind. Darüber hinaus kann jeder Anwendungsendpunkt mehrere Cluster, also Funktionsgruppen (z. B. Farbsteuerung, Ein/Aus-Schaltung), beinhalten. So sind große Industrieanwendungen mit beispielsweise 800 Leuchten und verschiedenen Funktionsmustern problemlos umsetzbar.

Sicherheitskomponenten wie Verschlüsselung sind sowohl auf der Netzwerk- als auch der Anwendungsebene gegeben. Netzwerkseitig findet zudem eine Authentifizierung statt. Im Zuge des Bedienkomforts besteht die Möglichkeit, in nicht sensitiven Netzwerken für z. B. reine Beleuchtungssteuerung das Zigbee Touch Link Verfahren einzusetzen. Hierbei findet die Kopplung von Endgerät und Modul per Knopfdruck ohne Verschlüsselung oder Authentifizierung statt. Für sicherheitsrelevante Anwendungen lässt sich Touch Link entweder deaktivieren oder ist teilweise in den Endgeräten nicht installiert.

Beispiele wie die Zigbee-Einbindung in Philips Hue, Amazon Echo Plus und IKEA Trådfri zeigen, dass die Technologie am Markt gut platziert ist. Ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten im privaten wie gewerblichen Smart bzw. Human Centric Lighting Bereich garantieren eine langfristige Verfügbarkeit. Hinzu kommt, dass Zigbee nicht nur für konventionelle Schalter problemlos nachrüstbar ist, sondern in viele aktuelle Schalterprogramme bereits integriert wurde.

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