Walter Werner
Walter Werner
Internet in der Leuchte, technische und kommerzielle Aspekte

"Internet in der Leuchte wird das Business verändern und vielfältiger machen, daher ist der rechtzeitige Einstieg in die Entwicklung wichtig."

– Walter Werner, Consult + Research

Im Gegensatz zu klassischen Leuchtensteuerungen (z. B. DALI), die eine Systemkomptabilität voraussetzen, benötigt das Internetprotokoll lediglich eine Paar-Komptabilität. Einzelne Komponenten müssen ausschließlich mit der jeweils nächsten interagieren können. Dies bietet die Möglichkeit, trotz hoher Lizenzkosten, einen großen Funktionsumfang mit hoher Update- und Upgrade-Freundlichkeit zur Verfügung zu stellen. In der Leuchtenbranche ist dieser Faktor besonders wichtig, da Beleuchtungssysteme sehr langfristig betrieben werden, bevor ein eventueller Austausch stattfindet. Die 1:1-Kommunikation des Internetprotokolls, die bei einer hohen Anzahl von Leuchten aufgrund der langen Ansteuerungszeiten einen Nachteil für die Beleuchtungsbranche darstellt, wird von dem OpenAIS System aufgefangen. Hierbei werden die Eingabesignale von Schaltern, Sensoren etc. in einer Gruppe gebündelt, lokal verarbeitet und als Gruppenbefehl gleichzeitig an alle vernetzten Leuchten weitergegeben.

Internet in der Leuchte wird das Business verändern und vielfältiger machen, da die Leuchtensteuerung nicht mehr als Hardware, sondern als Software – beispielsweise in der Leuchte als Link zum Controller – hinterlegt wird. Das eröffnet Leuchtenunternehmen die Möglichkeit, ebenfalls auf individuelle Kundenwünsche einzugehen und z. B. Marktnischen als Anbieter von Sonderleuchten oder Spezialsteuerungen zu erobern. Die Gerätekosten für Hardware sinken stetig. Um sich als Anbieter für internetvernetzte Leuchten zu etablieren, ist der rechtzeitige Einstieg in die Entwicklung wichtig. Kooperationen mit anderen Unternehmen beispielsweise bieten den Vorteil, Forschungs- und Entwicklungskosten aufzuteilen, und sich gegebenenfalls einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu verschaffen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Internet in Leuchten zu integrieren:

  1. Drahtverbindung (Ethernet oder Internet durch Stromleitung)
  2. Funkverbindung (WLAN, 6LowPAN, LTE u.a.)

Von großer Bedeutung ist es allerdings, Leuchten ebenfalls in ausreichendem Maße in die Internetsicherheit einzubinden, um die Angriffsgefahr durch Trojaner etc. für das gesamte vernetzte System des Kunden zu minimieren. Die Reflexion über eigene Stärken und das Ermitteln der Wünsche von Endkunden und Investoren ist ebenso notwendig, wie die Bestimmung der gewünschten Position am Markt für vernetzte Leuchten. Partnerschaften z. B. helfen, das Angebotspaket zu komplettieren. Voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Jahren wird das Internet in der Leuchte auf den Markt kommen. Sobald die IT-Branche ihr Interesse an dem Thema entdeckt, wird sie sich zu einer treibenden Kraft entwickeln.

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